Pressemitteilung und aktueller Stand vom 25.01.2019

++ Drugstore im Exil ++ Potse weiterhin im Besitz der Räumlichkeiten ++ Flughafen Tempelhof als Option? ++ 1. Frist verstrichen ++

Seit 25 Tagen sitzt das älteste selbstverwaltete Jugendzentrums Berlins, das Drugstore im ssb e.V., auf der Straße. Seit 25 Tagen weigern sich die Aktivist*innen der Potse, ein etwas jüngeres aber dennoch eingesessenes autonomes Jugendzentrum, die Räume in der zweiten Etage Potsdamer Str. 180 in Berlin-Schöneberg zu verlassen.

Die Forderung: der Potze e.V. bleibt solange im Besitz der Räumlichkeiten, bis der Bezirk Tempelhof-Schöneberg oder die Stadt Berlin adäquate Ersatzräumlichkeiten für BEIDE Jugendzentren gefunden hat, die alle bisherigen gestellten Anforderungen erfüllen. Dazu gehören die Möglichkeiten einer lärmintensiven Nutzung durch Konzerte, Partys und Proberäume, sowie Werkstätten. Dazu gehört aber auch die Bewahrung der Autonomität beider Jugendzentren, zu denen jeweils ein Kollektiv in Selbstverwaltung gehört. Außerdem muss der Bezirk und/oder der

Senat eine langfristige Lösung erarbeiten, um den ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen eine Zukunft aufzuzeigen.

Alle bisher vorgestellten Optionen stellen lediglich kurzfristige Lösungen dar.

Die Nutzung der Räumlichkeiten in der Potsdamer Str. 134 wurde von den Kollektiven nur angenommen, wenn sie für lärmintensive Nutzung die Potsdamer Str. 140 in Kombination mit der Potsdamer Str. 134 nutzen können. Nachdem der Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) eine Nutzung durch die Jugendzentren aber ausgeschlossen hat, und nun seine Finanzschule dort einmieten will, wurden die Räume in der Potsdamer Str. 134 trotzdem angemietet und die Forderungen der Kollektive an dem Punkt übergangen. Wir wollen und brauchen beide Objekte, um unsere Arbeit wieder komplett aufnehmen zu können! Diverse Nachbarschaftsinitiativen und die Kollektive bemühen sich zum gegebenen Zeitpunkt um ein Gespräch mit dem Finanzsenator Matthias Kollatz.

Wir möchten dazu auch einen Auszug eines Beitrags des Wahlberliners (https://derwahlerbliner.com), vom 02.01.2019 zitieren: „Was wir bisher wissen, ist, dass die Ersatzräume, die man in der Potsdamer Straße 134/136 anbieten will, aufgrund ihres Mangels an Größe und Möglichkeit, für Konzerte zu proben und sie durchzuführen, diese einmalige Jugendarbeit zu einer Art Nachbarschaftstreff für gezähmte junge Menschen zusammenfalten möchte.“

Dem haben wir nichts hinzuzufügen.

Die nächste Option stellen zwei Räume in zwei Hangars im ehemaligen Flughafen Tempelhof dar. Hier stellt sich der Bezirk eine Nutzung von 1-2 Konzerten im MONAT vor. Zum Vergleich: Drugstore und Potse haben jeweils zeitweise 1-3 Konzerte in der WOCHE veranstaltet. Hinzu kommt, dass ein Hangar zum gegebenen Zeitpunkt durch eine Sportgruppe und Geflüchteteninitiativen genutzt wird. Das bedeutet, dass den Kollektiven keine eigenen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen würden, sondern nur eine gemeinsame genutzte Fläche. Das stellt alleine bei der Technik ein großes Hindernis dar, da diese vor und nach jeder Veranstaltung auf- und abgebaut werden müsste. Eine weitere Schwierigkeit in unserer Funktion als Schutz- und Freiräume, ist die 24 Std. Überwachung durch einen internen Sicherheitsdienst. Eine Überwachung durch externe Mitarbeiter*innen stellt eine Hierarchie dar und hindert uns in unserer Selbstverwaltung und Autonomität.

Eine erste Frist zur Übergabe der Räume der Potse (14.01.2019) ist wirkungslos verstrichen und die Aktivist*innen der Potse befinden sich weiterhin in den Räumen der Potse. Das Drugstore wird, nach eigener Initiative, zum Ende des Monats an einem Gespräch mit Vertreter*innen des Bezirks- und Jugendamtes teilnehmen. Die Potse wartet indes vergeblich auf eine Gesprächseinladung, um weitere Räumlichkeiten zu besprechen, die den Anforderungen der beiden Jugendzentren entsprechen. Und auch eine langfristige Lösung muss her! Laut Presse erwägt Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) gerichtliche Urteile, um die Herausgabe der Räumlichkeiten in der Potsdamer Str. 180 zu erzwingen. Näheres oder auch ein möglicher Termin ist den Kollektiven nicht bekannt. Es wurde jedoch von mehreren Seiten verlautet, dass eine Räumung durch die Berliner Polizei NICHT stattfinden wird. Die Kollektive hoffen, dass die entsprechenden Personen und die Berliner Polizei sich an diese Ansage halten, denn die Menschen vor der nun seit drei Wochen andauernden Mahnwache, vor der Potsdamer Str. 180, werden tagtäglich von der Berliner Polizei belästigt. Sei es durch nächtliches Aufwecken, herabwürdigen durch herablassende Sprache, regelmäßige Observierungen, Einsätze des Ordnungsamtes und dem Aufzwängen von Räumungsarbeiten und BSR-Kosten, entgegen der getroffenen Vereinbarungen.

Das Drugstore macht im Exil weiter und die Potse Aktivist*innen & Menschen bei der

Dauerkundgebung, freuen sich über Sachspenden. Wir danken allen solidarischen Menschen im Kiez und von weiter her, die täglich Kaffee, Tee, warme Mahlzeiten, Kleidung, etc. vorbeibringen und den demonstrierenden Aktivist*innen Mut zu sprechen!

Wir lassen uns nicht kleinkriegen! Das Problem sind nicht wir und unsere angeblich zu lauten Veranstaltungen. Das Problem sind nicht wir und unsere angebliche Unangepasstheit! Das Problem heißt Gentrifizierung, das Problem heißt Kapitalismus und es betrifft uns alle!

Solidarität mit allen von Verdrängung Betroffenen!

Wir bleiben alle!

Die Pressesprecher*innen von Drugstore & Potse

Pressehandy: 0163/2462650

Pressemail: presse.drugstore.potse@online.de


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