Archiv für Januar 2021

Pressemitteilung 14.01.2021

Mögliches Ersatzobjekt gefunden? Räumung rückt immer näher!

Ende letzten Jahres verkündete der Jugendstadtrat Oliver Schwork eine Lösung für die Raumsuche der Kollektive Drugstore und Potse. Das die Kollektive zu dem Zeitpunkt die vorgeschlagenen Räume lediglich besichtigt hatten, wurde dabei nicht erwähnt. Ebenfalls wurde die wirkliche Eignung des Objektes nicht geprüft, denn in dem vorgeschlagenen Objekt könnte das Angebot der Potse nur zum Teil verwirklicht werden.

„Mensch bietet einer fünfköpfigen Familie auch keine 1 Zimmer Wohnung an“, so eine*r der Pressesprechenden Personen des Potse Kollektivs

Wir sind auf der Suche nach adäquaten Ersatzräumen auf die Rathenower Straße 16 gestoßen. Die Räumlichkeiten wurden den Jugendstadtrat bereits im Juli 2020 angeboten, allerdings ohne eine Reaktion seinerseits.
Das Objekt in der Rathenower Straße ist laut dem aktuellen Bebauungsplan nicht nur für Jugendeinrichtungen geplant sondern er sieht auch Jugendarbeit an diesem Standort vor.
Es gibt in dem Objekt Bezugsfertige Räume, in welchen laute wie leise Nutzungen Platz haben.
Das Gebäude in der Rathenower Straße wird seit 2011 zum Teil leergezogen und dem Verfall überlassen. Dies geschieht in einer Stadt in welcher Kinder- und Jugendeinrichtung um jeden Quadratmeter Nutzungsfläche kämpfen müssen. Zu dem Objekt Rathenower Straße 16 arbeitet die Initiative ‚Wem gehört Berlin‘ (https://wem-gehoert.berlin) die auch Rückfragen zu dem Gebäude beantworten können: info@wem-gehoert.berlin. Die Rathenowerstr bietet viele Möglichkeiten und könnten dem Angebot der Potse nach angepasst werden. Der Bezirk möchte das Objekt prüfen. Wir fordern als Potse diese Räume um unsere Angebote mit den Jugendlichen umzusetzen zu können.

Spätestens jetzt, wo der Potse eine Räumung droht, muss die die Landespolitik handeln. Heiße Luft bringt den Jugendlichen keine Ersatz-Räume.
Der Rot-rot-grüne Senat muss endlich den Wert selbstverwalteter Jugendarbeit erkennen und sie unterstützen.
Die Pandemie, betrifft Jugendliche besonders stark. Es sollte bedacht werden, dass es essenziell ist, dass die Jugend emanzipatorische Räume auch noch nach Corona braucht.
Noch kann uns nicht klar sein welche sozialen Folgen Covid – 19 noch mit sich bringen wird.

Wir Fordern weiterhin vom Bezirk und dem Land Berlin alle weiteren in frage kommenden Ersatzobjekte schnellstmöglich zu Prüfen, um eine weitere Eskalation der Situation durch eine drohende Räumung zu verhindern. „Die vorhandene Jugendarbeit muss erhalten bleiben und darf nicht vor die Wand gefahren werden“, sagt Alma (17), regelmäßige Besucher*in der Potse.

Das Kollektiv der Potse ruft weiterhin dazu auf, dass Hinweise oder Angebote für Räume, in welchen selbstverwaltete Jugendzentren Platz finden können, dem Kollektiv oder dem Jugendamt Tempelhof-Schöneberg mitzuteilen.

Um auf die drohende Räumung der Potse aufmerksam zu machen, soll es am 30.01 eine Kundgebung vor der Potsdamer Straße 180 geben. Selbstverständlich mit Maske und Abstand.

Die Pressesprecher*innen der Potse

Wir stehen für Rückfragen und Interviews gerne zur Verfügung
Email: presse.drugstore.potse@online.de

Pressemitteilung 20.12.2020

Berufung gegen das Räumungsurteil der Potse abgelehnt. Jugendliche erwarten zeitnah das Räumungsdatum.

Das Berufungsverfahren des Potze e.V. ist vom Kammergericht Berlin abgelehnt worden. Damit ist das selbstverwaltete Jugendzentrum, akuter denn je, räumungsbedroht. Das Kollektiv erwartet in den nächsten Wochen den Brief von dem/der Gerichtsvollzieher*in mit dem Räumungsdatum.

Damit scheint eine gewaltsame Räumung durch das Land Berlin unausweichlich. Über fünf Jahre ist schon bekannt, dass die Jugendzentren Drugstore und Potse, aufgrund von Immobilienspekulation, ihre Räume nach fast 50 Jahren Nutzung verlieren sollen. Dennoch wurde von Seiten des Landes Berlins kaum etwas unternommen um die soziale Infrastruktur zu erhalten. Teile der Landesregierung, wie zum Beispiel der Finanzsenator Matthias Kollatz haben Lösungen bewusst und mutwillig sabotiert. Damit spiegelt er die Haltung der SPD im Land Berlin wieder, welche mehrmals Willensbekundungen für den Erhalt der Jugendzentren, initiiert von ihren Koalitionspartnern, abgeschmettert haben.

Aber auch die Linksfraktion und die Fraktion der Grünen im Abgeordnetenhaus tragen die Verantwortung für das Versagen von Land und Bezirk, eine friedliche und konstruktive Lösung zu finden. Sie sind Teil einer Regierung, welche mit überzogenen Polizeieinsätzen alternative Projekte für Immobilienspekulant*innen räumen lässt.

Somit scheint, dass das Instrument der Landesregierung in der Jugendarbeit der Polizeiknüppel ist.

„Ich finde es echt scheiße das jetzt die Räumung kurz bevorsteht. Wenn Corona vorbei ist kann ich mich nicht auf unsere Potse freuen“ Carla 17 Jahre alt, Unterstützerin der Potse

Es gibt noch einen Ausweg aus der verfahrenen Situation. Das Kollektiv von der Potse ist bereit die Räume zu verlassen, wenn es adäquate Ersatzobjekte geben sollte. Dies bedeutet Räume in denen die vielfältigen Angebote von Drugstore und Potse, mit Konzerten, Proberäumen, Werkstätten etc. unterkommen können. Die Forderung umfasst, kurz- wie langfristige Ersatzobjekte, welche die Politik bisher nicht finden konnte. Wenn irgendjemanden solche Räume bekannt sind, bittet das Kollektiv, die Potse oder das Bezirksamt auf diese hinzuweisen.

Sollte die Politik nicht in der Lage sein solche bis zum Räumungsdatum zu finden, wird das Land Berlin und die Landesregierung für die brutale und sinnlose Räumung von einem Jugendzentrum verantwortlich sein.

Die drohende Räumung der Potse steht exemplarisch für vieles, was in der Stadt schief läuft. Eine Stadt, welche nicht in der Lage ist die soziale Infrastruktur zu erhalten. Die Potse und auch das schon verdrängte, selbstverwaltete Jugendzentrum Drugstore, sind ein nicht aus Berlin wegzudenkender Teil der alternativen Jugend- und Kulturszene. So fordern die Kollektive, dass sich die Öffentlichkeit gegen eine Räumung und für selbstverwaltete Jugendarbeit ausspricht.

„In der aktuellen Pandemie ein Jugendzentrum zu räumen, nach welcher es eigentlich mehr soziale Infrastruktur bräuchte, kommt einem politischen Totalversagen gleich.“ Paul, einer der Pressprecher*innen der Potse

Wir stehen für Rückfragen und Interviews gerne zur Verfügung

Email: presse.drugstore.potse@online.de

Presshandy: 01632462650 (falls nicht erreichbar an die Presse Email schreiben)