Pressemitteilung 20.12.2020

Berufung gegen das Räumungsurteil der Potse abgelehnt. Jugendliche erwarten zeitnah das Räumungsdatum.

Das Berufungsverfahren des Potze e.V. ist vom Kammergericht Berlin abgelehnt worden. Damit ist das selbstverwaltete Jugendzentrum, akuter denn je, räumungsbedroht. Das Kollektiv erwartet in den nächsten Wochen den Brief von dem/der Gerichtsvollzieher*in mit dem Räumungsdatum.

Damit scheint eine gewaltsame Räumung durch das Land Berlin unausweichlich. Über fünf Jahre ist schon bekannt, dass die Jugendzentren Drugstore und Potse, aufgrund von Immobilienspekulation, ihre Räume nach fast 50 Jahren Nutzung verlieren sollen. Dennoch wurde von Seiten des Landes Berlins kaum etwas unternommen um die soziale Infrastruktur zu erhalten. Teile der Landesregierung, wie zum Beispiel der Finanzsenator Matthias Kollatz haben Lösungen bewusst und mutwillig sabotiert. Damit spiegelt er die Haltung der SPD im Land Berlin wieder, welche mehrmals Willensbekundungen für den Erhalt der Jugendzentren, initiiert von ihren Koalitionspartnern, abgeschmettert haben.

Aber auch die Linksfraktion und die Fraktion der Grünen im Abgeordnetenhaus tragen die Verantwortung für das Versagen von Land und Bezirk, eine friedliche und konstruktive Lösung zu finden. Sie sind Teil einer Regierung, welche mit überzogenen Polizeieinsätzen alternative Projekte für Immobilienspekulant*innen räumen lässt.

Somit scheint, dass das Instrument der Landesregierung in der Jugendarbeit der Polizeiknüppel ist.

„Ich finde es echt scheiße das jetzt die Räumung kurz bevorsteht. Wenn Corona vorbei ist kann ich mich nicht auf unsere Potse freuen“ Carla 17 Jahre alt, Unterstützerin der Potse

Es gibt noch einen Ausweg aus der verfahrenen Situation. Das Kollektiv von der Potse ist bereit die Räume zu verlassen, wenn es adäquate Ersatzobjekte geben sollte. Dies bedeutet Räume in denen die vielfältigen Angebote von Drugstore und Potse, mit Konzerten, Proberäumen, Werkstätten etc. unterkommen können. Die Forderung umfasst, kurz- wie langfristige Ersatzobjekte, welche die Politik bisher nicht finden konnte. Wenn irgendjemanden solche Räume bekannt sind, bittet das Kollektiv, die Potse oder das Bezirksamt auf diese hinzuweisen.

Sollte die Politik nicht in der Lage sein solche bis zum Räumungsdatum zu finden, wird das Land Berlin und die Landesregierung für die brutale und sinnlose Räumung von einem Jugendzentrum verantwortlich sein.

Die drohende Räumung der Potse steht exemplarisch für vieles, was in der Stadt schief läuft. Eine Stadt, welche nicht in der Lage ist die soziale Infrastruktur zu erhalten. Die Potse und auch das schon verdrängte, selbstverwaltete Jugendzentrum Drugstore, sind ein nicht aus Berlin wegzudenkender Teil der alternativen Jugend- und Kulturszene. So fordern die Kollektive, dass sich die Öffentlichkeit gegen eine Räumung und für selbstverwaltete Jugendarbeit ausspricht.

„In der aktuellen Pandemie ein Jugendzentrum zu räumen, nach welcher es eigentlich mehr soziale Infrastruktur bräuchte, kommt einem politischen Totalversagen gleich.“ Paul, einer der Pressprecher*innen der Potse

Wir stehen für Rückfragen und Interviews gerne zur Verfügung

Email: presse.drugstore.potse@online.de

Presshandy: 01632462650 (falls nicht erreichbar an die Presse Email schreiben)


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