Archiv für April 2021

Aufruf zur Kundgebung am 29.04.2021

Kundgebung am 29.04.2021

Bündnis für die Potse:
Wir sind ein Bündnis, entstanden aus ein paar Solid Menschen und deren liebsten Verbündeten und wir wollen mit verschiedenen Aktionen auf den bevorstehenden Räumungsversuch der #potse aufmerksam machen, so dass sie im besten Fall verhindert wird!
Zusätzlich möchten wir mit einer Erinnerungsaktion alle schönen Erlebnisse in der #potse sammeln, um allen zu zeigen, dass Jugendräume gebraucht werden und möglichst viele Menschen dafür zu mobilisieren, die Räumung zu verhindern.
Deshalb rufen wir dazu auf, eure tollsten Erinnerungen, besten Erlebnisse, Aktionen oder sonst alles, was ihr in der Potse erlebt habt oder damit verbindet, auf Twitter oder Instagram mit dem Hashtag #StimmenFürDiePotse zu teilen.
#widerstandheißthandeln

Deshalb findet am #b2904 eine Kundgebung vor dem Karl Liebknecht Haus statt, um der Linkspartei noch Mal klarzumachen, dass sie sich für die Potse einsetzen soll und nicht nur leere Versprechungen machen. Hier der ganze Aufruf:

2. Statement der Potse vom 26.04.2021 Stellungnahme zu möglichen Ersatzräumen und Zusammenarbeit mit der Politik

Das kürzlich erhaltene Räumungsdatum war zwar zu erwarten, hat uns jedoch trotzdem kalt erwischt.
Denn momentan befindet sich das Kollektiv der Potse in Gesprächen mit Sebastian Scheel, dem Senator für Stadtentwicklung und Wohnen. Aus Eigeninitiative der Potse wurden dem Büro des Senators verschiedene Vorschläge für Ersatzobjekte gemacht. Eines davon ist ein Objekt auf dem Komplex des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Diese Gespräche dauern momentan an und es gab bereits Besichtigungen durch das Kollektiv. Zur Zeit ist noch nicht geklärt, ob das Objekt als Ersatzraum umsetzbar ist.
Die Situation zeigt uns: Wir befürchten, dass egal auf welcher Verhandlungsebene wir uns befinden, eine Räumung der Potse von der Politik nicht verhindert wird.

Im Laufe der letzten 6 Jahre wurden mehrere Objekte geprüft, welche zu großen Teilen von den Kollektiven des Drugstore und der Potse vorgeschlagen wurden. Ein Objekt, welches uns von Klaus Lederer im Herbst 2020 vorgeschlagen wurde, war das Rockhaus in Lichtenberg. Es handelt sich dabei um einen großen Konzertsaal, in welchem das umfangreiche Angebot beider Kollektive schlichtweg keinen Platz gefunden hätte. Aufgrund dessen und weiterer schwerwiegender Gründe, war das Objekt für uns, als Ort für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum, nicht umsetzbar.

Durch die Initiative „Wem Gehört Berlin“ sind die Kollektive Anfang 2021 auf die Rathenower Str. 16 gestoßen. Dieses Objekt in Moabit wäre eine Option gewesen. Die Räume waren gut angebunden, groß genug für die Angebote der Potse und im Bebauungsplan für Jugendarbeit vorgesehen. Leider wurde trotz intensiven Gesprächen mit Politiker*innen und öffentlichem Druck, die politische Entscheidung getroffen, dass das Gebäude abgerissen werden soll. Auch weitere Prüfungen von anderen Objekten in Mitte blieben ergebnislos.

Weitere Objekte wie die Potsdamer Straße 134-136 und 140 wurden 2018 durch den Baustadtrat Jörn Oltmann in die Diskussion gebracht. Die mögliche Lösung wurde durch den Finanzsenator Matthias Kollatz, aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen, unmöglich gemacht. Beide Objekte sollten in Kombination als temporäre Ersatzräume für Drugstore und Potse zur Verfügung stehen. Das Drugstore hatte ihre Räume, mit der Versprechung die Potsdamer Straße 134-136 Mitte 2019 beziehen zu können, abgegeben. Bis heute wurden die Räume nicht für die Nutzung instandgesetzt.

„Uns während laufender Gespräche um Ersatzräume, mit dem Räumungsdatum die Pistole auf die Brust zu setzen, ist eine bodenlose Frechheit. Bis ein adäquater Ersatzraum möglich gemacht wird, muss die Räumung ausgesetzt werden!“ so ein*e Pressesprecher*in der Potse.

Bis dato gibt es kein adäquates Ersatzobjekt! Es gibt in der Stadt Berlin jedoch Räume, welche für Potse und Drugstore in frage kommen würden, um aktiv selbstverwaltete Jugendarbeit umzusetzen. Wir sehen aber Null bis kaum Handlung von Politiker*innen und Senat. Immer wieder kämpfen wir als Kollektiv, gehen auf die Politik zu und versuchen eine adäquate Lösung zu finden. Uns wird andauernd ‚der Wind aus den Segeln genommen‘. Wir sind wütend, traurig und sauer und werden weiter kämpfen!

Das Kollektiv der Potse

1. Statement der Potse zur drohenden Räumung vom 25.04.2021

Pressemitteilung zur drohenden Räumung der Potse am 19.05.2021

Am 19.05.2021 um 8 Uhr morgens soll die Räumung des selbstverwalteten Jugendzentrums Potse vollzogen werden. Nachdem am 14.09.2020 endgültig das Räumungsurteil gegen den Potse e.V. beschlossen wurde, haben wir nun einen Termin bekommen. Damit soll eines der ältesten Jugendzentren Berlins geräumt werden. Das ist das Ergebnis einer komplett fehlgeschlagenen Jugendpolitik und ein Armutszeugnis für Rot-Rot-Grün.

Seit 2015 sind wir existenzbedroht. Nach jahrelangem Kampf hat der Senat nun einmal mehr bewiesen, dass der Erhalt alternativer (Jugend-)Kultur dem kompromisslosen Profitbestreben untergeordnet wird, von welchem unter anderem Investor*innen und Briefkastenfirmen profitieren. Mit der Räumung des queerfeministischen Hausprojekts Liebig 34, den Kiezkneipen Syndikat und Meuterei, dem Verlust der Räume des Drugstores und schließlich der Potse wird die soziale Infrastruktur der Stadt immer weiter zersetzt.

Des Weiteren ist die Räumung eines Jugendzentrums innerhalb einer globalen Pandemie ein jugendpolitisches Desaster.

„Um eine weitere Eskalation der Gewalt zu vermeiden, fordern wir, die Räumung auszusetzen, bis es adäquate Ersatzräume gibt“
- Paul vom Potse Kollektiv

In Zeiten, in denen Menschen mehr als 1/3 (30-50%) ihres Monatsgehalts für Miete ausgeben müssen und hoffnungserweckende Gesetze wie der Mietendeckel gekippt werden, braucht es um so dringender unkommerzielle Räume.

„Mit dieser Räumung wird mir das Wohnzimmer genommen. Der letzte Ort an dem ich so akzeptiert werde wie ich bin.“
- Roza, Besucher*in

Das Kollektiv ist traurig und wütend über diese Entwicklung.
Doch wir halten weiterhin an unserer Forderung fest, die Potse erst zu verlassen, wenn uns und dem Drugstore adäquate Ersatzräumlichkeiten geboten werden.
Wir verurteilen das gewaltsame Vorgehen des Bezirks und der Stadt gegen Jugendliche und die selbstverwaltete Jugendarbeit im Allgemeinen.

Wir fordern die Aussetzung der bevorstehenden Räumungen und mehr Initiative um subkulturelle und emanzipatorische Jugendeinrichtungen zu erhalten.

Die Pressesprecher*innen der Potse

Pressekontakte:
Email: presse.drugstore.potse@online.de
Handy: 0157 5492 3232

Tag X Potse 19.05.2021 8 Uhr

Es ist soweit.

Die Potse Berlin hat ihren Räumungstermin erhalten.

Am 19.05 um 8 Uhr morgens soll das letzte, selbstverwaltete Jugendzentren in Berlin-Schöneberg geräumt werden.

Seit 2018 ist es den Verantwortlichen in der Politik nicht gelungen neue Räume und damit eine friedliche Lösung zu finden.

Wir sind enttäuscht, entsetzt und vor allem wütend! Unfassbar wütend!

Ist „Jugendliche mit Hilfe der Cops aus ihren Räumen kloppen“ das, womit RRG in die Geschichte eingehen will?

Wir sagen: Räumung is‘ nich‘!

#potsebleibt!

Weitere Infos folgen.