Pressemitteilung zur drohenden Räumung der Potse am 19.05.2021

Am 19.05.2021 um 8 Uhr morgens soll die Räumung des selbstverwalteten Jugendzentrums Potse vollzogen werden. Nachdem am 14.09.2020 endgültig das Räumungsurteil gegen den Potse e.V. beschlossen wurde, haben wir nun einen Termin bekommen. Damit soll eines der ältesten Jugendzentren Berlins geräumt werden. Das ist das Ergebnis einer komplett fehlgeschlagenen Jugendpolitik und ein Armutszeugnis für Rot-Rot-Grün.

Seit 2015 sind wir existenzbedroht. Nach jahrelangem Kampf hat der Senat nun einmal mehr bewiesen, dass der Erhalt alternativer (Jugend-)Kultur dem kompromisslosen Profitbestreben untergeordnet wird, von welchem unter anderem Investor*innen und Briefkastenfirmen profitieren. Mit der Räumung des queerfeministischen Hausprojekts Liebig 34, den Kiezkneipen Syndikat und Meuterei, dem Verlust der Räume des Drugstores und schließlich der Potse wird die soziale Infrastruktur der Stadt immer weiter zersetzt.

Des Weiteren ist die Räumung eines Jugendzentrums innerhalb einer globalen Pandemie ein jugendpolitisches Desaster.

„Um eine weitere Eskalation der Gewalt zu vermeiden, fordern wir, die Räumung auszusetzen, bis es adäquate Ersatzräume gibt“
- Paul vom Potse Kollektiv

In Zeiten, in denen Menschen mehr als 1/3 (30-50%) ihres Monatsgehalts für Miete ausgeben müssen und hoffnungserweckende Gesetze wie der Mietendeckel gekippt werden, braucht es um so dringender unkommerzielle Räume.

„Mit dieser Räumung wird mir das Wohnzimmer genommen. Der letzte Ort an dem ich so akzeptiert werde wie ich bin.“
- Roza, Besucher*in

Das Kollektiv ist traurig und wütend über diese Entwicklung.
Doch wir halten weiterhin an unserer Forderung fest, die Potse erst zu verlassen, wenn uns und dem Drugstore adäquate Ersatzräumlichkeiten geboten werden.
Wir verurteilen das gewaltsame Vorgehen des Bezirks und der Stadt gegen Jugendliche und die selbstverwaltete Jugendarbeit im Allgemeinen.

Wir fordern die Aussetzung der bevorstehenden Räumungen und mehr Initiative um subkulturelle und emanzipatorische Jugendeinrichtungen zu erhalten.

Die Pressesprecher*innen der Potse

Pressekontakte:
Email: presse.drugstore.potse@online.de
Handy: 0157 5492 3232


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