2. Statement der Potse vom 26.04.2021 Stellungnahme zu möglichen Ersatzräumen und Zusammenarbeit mit der Politik

Das kürzlich erhaltene Räumungsdatum war zwar zu erwarten, hat uns jedoch trotzdem kalt erwischt.
Denn momentan befindet sich das Kollektiv der Potse in Gesprächen mit Sebastian Scheel, dem Senator für Stadtentwicklung und Wohnen. Aus Eigeninitiative der Potse wurden dem Büro des Senators verschiedene Vorschläge für Ersatzobjekte gemacht. Eines davon ist ein Objekt auf dem Komplex des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Diese Gespräche dauern momentan an und es gab bereits Besichtigungen durch das Kollektiv. Zur Zeit ist noch nicht geklärt, ob das Objekt als Ersatzraum umsetzbar ist.
Die Situation zeigt uns: Wir befürchten, dass egal auf welcher Verhandlungsebene wir uns befinden, eine Räumung der Potse von der Politik nicht verhindert wird.

Im Laufe der letzten 6 Jahre wurden mehrere Objekte geprüft, welche zu großen Teilen von den Kollektiven des Drugstore und der Potse vorgeschlagen wurden. Ein Objekt, welches uns von Klaus Lederer im Herbst 2020 vorgeschlagen wurde, war das Rockhaus in Lichtenberg. Es handelt sich dabei um einen großen Konzertsaal, in welchem das umfangreiche Angebot beider Kollektive schlichtweg keinen Platz gefunden hätte. Aufgrund dessen und weiterer schwerwiegender Gründe, war das Objekt für uns, als Ort für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum, nicht umsetzbar.

Durch die Initiative „Wem Gehört Berlin“ sind die Kollektive Anfang 2021 auf die Rathenower Str. 16 gestoßen. Dieses Objekt in Moabit wäre eine Option gewesen. Die Räume waren gut angebunden, groß genug für die Angebote der Potse und im Bebauungsplan für Jugendarbeit vorgesehen. Leider wurde trotz intensiven Gesprächen mit Politiker*innen und öffentlichem Druck, die politische Entscheidung getroffen, dass das Gebäude abgerissen werden soll. Auch weitere Prüfungen von anderen Objekten in Mitte blieben ergebnislos.

Weitere Objekte wie die Potsdamer Straße 134-136 und 140 wurden 2018 durch den Baustadtrat Jörn Oltmann in die Diskussion gebracht. Die mögliche Lösung wurde durch den Finanzsenator Matthias Kollatz, aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen, unmöglich gemacht. Beide Objekte sollten in Kombination als temporäre Ersatzräume für Drugstore und Potse zur Verfügung stehen. Das Drugstore hatte ihre Räume, mit der Versprechung die Potsdamer Straße 134-136 Mitte 2019 beziehen zu können, abgegeben. Bis heute wurden die Räume nicht für die Nutzung instandgesetzt.

„Uns während laufender Gespräche um Ersatzräume, mit dem Räumungsdatum die Pistole auf die Brust zu setzen, ist eine bodenlose Frechheit. Bis ein adäquater Ersatzraum möglich gemacht wird, muss die Räumung ausgesetzt werden!“ so ein*e Pressesprecher*in der Potse.

Bis dato gibt es kein adäquates Ersatzobjekt! Es gibt in der Stadt Berlin jedoch Räume, welche für Potse und Drugstore in frage kommen würden, um aktiv selbstverwaltete Jugendarbeit umzusetzen. Wir sehen aber Null bis kaum Handlung von Politiker*innen und Senat. Immer wieder kämpfen wir als Kollektiv, gehen auf die Politik zu und versuchen eine adäquate Lösung zu finden. Uns wird andauernd ‚der Wind aus den Segeln genommen‘. Wir sind wütend, traurig und sauer und werden weiter kämpfen!

Das Kollektiv der Potse


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