Beiträge von Domi

Ausgang der letzten BVV und Neuigkeiten zur Potsdamer Straße 180

Der Bezirk bewilligt weitere Mittel im Haushaltsplan für 2018/19, um die erhöhte Miete zu stemmen.
Die Vertragsverhandlungen mit dem Eigentümer der Potsdamer Straße 180-182 laufen weiterhin und haben bisher kein Ergebnis hervorgebracht. Dementsprechend ist ein weiterer Verbleib, für vielleicht auch nur 2 Jahre, weiterhin nicht absehbar.

“ Insbesondere an drei Investitionen scheiden sich die Geister in der BVV. Da sind die Punker-Freizeiteinrichtungen „Potse“ und „Drugstore“, für deren einstweiliges Weiterbestehen in der Potsdamer Straße der Bezirk noch einmal 100 000 Euro drauflegt. Während eine Vertreterin der Linken meint, „Potse“ und Drugstore“ seien jeden Cent wert, weil sie antifaschistische und antirassistische Arbeit leisteten, fordert die AfD, die Finanzierung einzustellen. Die Punker-Einrichtungen hätten „klar extremistische Tendenzen“. “

http://www.berliner-woche.de/schoeneberg/politik/mehr-geld-und-100-neue-personalstellen-d134286.html

In naher Zukunft sollen Drugstore und Potse dann aber wohl dennoch einem Hostel bzw. Coworking/Coliving Space weichen.

„In Berlin plant rent24 nun, in der Potsdamer Straße 180-182 in Berlin-Schöneberg, nahe des ersten Coworkingstandorts, demnächst mit dem ersten Colivingangebot zu starten. Geplant sind ein Business-Hostel mit 204 Betten und Mikroapartments“

http://m.immobilien-zeitung.de/143223/hotel-und-coworking-wachsen-zusammen

Überteuerte Mikroapartments und schnöder Einheitsbrei statt antifaschistische Jugendarbeit und bunte, laute Subkultur?
Nicht mit uns! Wir bleiben hier!

Artikel in der Berliner Woche vom 30.08.2017

http://www.berliner-woche.de/schoeneberg/soziales/zahlt-bezirk-hoehere-miete-fuer-potse-und-drugstore-oder-findet-er-alternativstandort-d131639.html

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: der jetzige Eigentümer kann sich eine Weitervermietung unserer Räumlichkeiten nur bei einer Mieterhöhung von 70% vorstellen.
Durch Kürzungen an allen Stellen wird es also fast unmöglich sein, diese erhöhte Miete zu stemmen.

Der Mietvertrag läuft weiterhin bis zum Ende des Jahres aus.
Über unsere Zukunft wird bei der nächsten Bezirksverordnetenversammlung nach der Sommerpause entschieden.

Wir könne nichts dafür, dass das gebäude aus öffentlicher Hand in private gegeben wurde, aber wir dürfen es jetzt ausbaden. Die Poltiker*innen sehen sich nicht in der Pflicht, die Fehler von damals auszubügeln.

Unsere Arbeit und die Arbeit vieler weiterer Jugendeinrichtung muss gesichert werden!
Wir tragen unseren Unmut am 06.09 vors Rote Rathaus, um für eine langfristige Sicherung von Jugendarbeit auf Senatsebene zu demonstrieren! Ab 16 Uhr gibt es Redebeiträge diverser Einrichtungen und Live-Musik.
Kommt vorbei!
Hier der Link zur Veranstaltung:
https://www.facebook.com/events/892826617531155/

Pressemitteilung vom 28.08.2017

Uns geht das Klopapier aus! Die Mietverträge werden nicht verlängert! Wir gehen auf die Straße!

Seit 1972 organisieren wir uns selbstverwaltet, ehrenamtlich und leisten seitdem unersetzliche Jugendarbeit im Bezirk und in der Stadt. Am Anfang des Jahres hat das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg uns Jugendlichen den Geldhahn abgedreht und wir mussten schon Rechnungen für Putzmittel und Klopapier vom eigenen Taschengeld begleichen.

Mit achtmonatiger Verspätung erhielten wir endlich einen neuen Leistungsvertrag vom Jugendamt, an den unsere Finanzierung geknüpft ist, der uns eigentlich Ende 2016 schon hätte vorliegen sollen. Dieser wurde allerdings unabgesprochen mit neuen Klauseln versehen, die von uns Jugendlichen zusätzliche Arbeit erfordern, und wir fühlen uns aus akuter Geldnot massiv genötigt, dies einfach hinzunehmen, um unser Angebot weiter aufrecht erhalten zu können.

Nicht nur das: Ende des Jahres laufen zusätzlich wieder unsere Mietverträge aus und da selbst die Bezirkspolitik eingesehen hat, dass es keine Ersatzobjekte für uns gibt, sieht es für die Jugendarbeit im Kiez düster aus. Wir wissen nicht, wie es weitergeht, denn es fehlt an Kommunikation seitens des Bezirksamtes und des Bezirksstadtrats. Diese stehen wohl in Verhandlung mit dem Eigentümer, beziehen uns aber nicht ein und geben selbst auf Nachfrage kaum Informationen preis. Über Dritte mussten wir gerüchteweise erfahren, dass unsere Etage für ein Hostel freigeräumt werden soll.

In Zeiten, in denen Rassismus inmitten der Gesellschaft, unter anderem durch das Auftreten der AfD so selbstverständlich zur Schau gestellt wird, sind Freiräume für Toleranz und kulturelle Vielfalt unabdingbar. „Wenn diese Räume schließen wäre das ein fatales Signal für den sozialen Frieden in Schöneberg“, so der Anwohner Michael Weber.

Nur durch professionelle, bunte, solidarische und kulturübergreifende Jugendarbeit können wir gesellschaftliche Auswüchse wie PEGIDA und andere rassistische Strömungen bearbeiten und Jugendlichen helfen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen solidarisch sind und keiner rassistischen oder sexistischen Propaganda aufsitzen.

Berlinweit sind immer mehr Einrichtungen den Haushaltswidrigkeiten, Schließungen, Stellen- und Etatkürzungen der Bezirke ausgeliefert. Darum gehen wir mit anderen Jugendeinrichtungen Berlins im September auf die Straße. Um die Dringlichkeit des Erhalts von Jugendeinrichtungen auf Senatsebene zu tragen, findet am 6.9.2017 eine Kundgebung vor dem Roten Rathaus statt. Die Kundgebung wird vom Bündnis Laute Jugend (www.lautejugend.de) organisiert. Es wird Redebeiträge unterschiedlicher Berliner Jugendeinrichtungen und eine Bühne mit Bands geben.

Wer uns unsere Freiräume nehmen will, muss mit Aktionen rechnen!

Artikel im Tagesspiegel vom 14.06.2017

Judith Langowski war ebenfalls bei der Kundgebung vor Ort und hat das Thema danach in einem Artikel im Tagesspiegel festgehalten.

Hier wurden auch politische Sprecher*innen für Fragen erreicht und geben die aktuelle Stimmungslage vom Bezirksamt aus wieder.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-schoeneberg-zwei-jugendclubs-kaempfen-um-ihre-existenz/19924110.html

Artikel in der taz vom 11.06.2017

Desiree Fischbach hat einen tollen Artikel in der taz zu uns, unserer Kundgebung in dem Ressort „Verdrängung in Berlin“ geschrieben.

„Orte wie Potse und Drugstore müssen bestehen bleiben. Ihr Erhalt verhindert, dass Städte zu Themenparks werden“

Das ist mal eine Ansage!

https://www.taz.de/Verdraengung-in-Berlin/!5416222/