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Polizei stürmt Jugendzentren Potse & Drugstore mit Gewalt!

Am 16.09 um kurz nach 3 Uhr morgens hat die 13. Einsatzhundertschaft der Berliner Polizei die Jugendzentren Potse & Drugstore brutal gestürmt. Durch diesen Einsatz wurden einige der Mitarbeiter*innen und Jugendliche verletzt.

Zuvor trafen bei den Kollektiven der beiden Jugendzentren mehrere Lärmbeschwerden ein, auf Grund des jährlichen Geburtstagsfestivals zum 46. Geburtstag.

Diese Lärmbeschwerden wurden durch die Berliner Polizei an uns getragen, indem die Polizei mehrfach vorgefahren ist und auch Ansprechpersonen telefonisch kontaktiert hat. Diese Beschwerden & Anzeigen wurden durch rent24 aufgegeben (CoWorking Spaces und „temporäres“ Wohnen, kürzlich eingezogen). Es wurde sich mit der Polizei darauf geeinigt, die Lautstärke zu reduzieren und auch den Bass/Subwoofer auszuschalten. Dies wurde telefonisch vereinbart und auch eingehalten. Es gab eine Zusage des Polizeibeamten, dass das Anliegen damit geklärt wäre.

Um kurz nach 3 sind 6 Mannschaftswagen der 13. Einsatzhundertschaft, 6 Streifenwagen und ein Einsatzleitwagen der Polizei vor den Jugendzentren eingetroffen. Daraufhin haben sich die ehrenamtlichen Jugendlichen mit den Polizist*innen in Kontakt gesetzt, um den Sachverhalt zu klären. Währenddessen wurde von der Polizei die Straße abgesperrt und die Beamt*innen fingen an sich ihre Panzerung/Einsatzkleidung anzuziehen. Es wurde von den Jugendlichen erfragt, ob ein Durchsuchungsbefehl vorläge oder Gefahr im Verzug sei. Der Einsatzleiter behauptete es bestünde Gefahr im Verzug, aufgrund der Ruhestörung, die eine Ordnungswidrigkeit darstelle. Es wurde außerdem von den Jugendlichen angeboten, die Veranstaltung eigenständig zu beenden und die Besucher*innen hinaus zu begleiten.

Noch während des Gesprächs mit dem Einsatzleiter begannen die behelmten Einsatzkräfte das Gebäude zu stürmen. Die Jugendlichen versuchten dies zu verhindern ,um eine unnötige Eskalation zu vermeiden und eine Massenpanik zu verhindern. Das Jugendzentrum war zu dem Zeitpunkt noch gut besucht, die Konzerte jedoch seit geraumer Zeit beendet und die Musik lief auf Zimmerlautstärke.

Bei dem Versuch in den Eingangsbereich der Jugendzentren einzudringen wandten die Einsatzkräfte massive Gewalt an. Die Jugendlichen wurden durch die Polizei geschlagen und zu Boden gedrückt.
Um eine weitere Eskalation zu verhindern, wurde die Feuerschutztür zu den Räumlichkeiten zugezogen und die verbliebenen Besucher*innen aufgefordert, über die Notausgänge die Räume zu verlassen. Im Innenhof hat die Polizei einzelnen Besucher*innen verwehrt sich von den Räumlichkeiten zu entfernen. Zeitgleich drohte die Polizei damit, mit mitgebrachtem Rammbock und Brecheisen die genannte Feuerschutztür aufzubrechen.

Ehrenamtliche, die sich noch auf der Straße befanden, haben daraufhin das Gespräch mit dem Einsatzleiter gesucht. Sie überzeugten ihn davon die Räumlichkeiten nicht gewaltsam zu öffnen, sondern mit den ehrenamtlichen Jugendlichen eine gemeinsame, friedliche Lösung zu finden.
Die Polizei drohte an, die Räumlichkeiten gewaltsam zu öffnen und diese versiegeln zu lassen. Daraufhin sahen sich die Jugendlichen gezwungen, sich der Forderung der Polizei zu beugen und mit diesen die Räumlichkeiten gemeinsam zu begehen, damit diese sich vergewissern können, dass die Besucher*innen gegangen sind und die Veranstaltung wie abgesprochen beendet wurde.

Während sich die Polizei in den Räumlichkeiten von Potse & Drugstore befand, wurde ein ehrenamtlicher Mitarbeiter aus unbekannten Gründen festgenommen. Außerdem wurden während des gesamten Einsatzes Videoaufzeichnungen, sowohl von den Besucher*innen, als auch den Räumlichkeiten angefertigt. Zudem wurden Infomaterialien durch Beamt*innen entwendet. Dies geschah gegen unseren Willen, nachdem uns zugesichert wurde, dass dies nicht passiert.

Einigen Besucher*innen wurden trotz Zusage, ihre Sachen rausholen zu können, der Zutritt verwehrt und ihnen und sowohl weiteren Jugendlichen willkürlich Platzverweise ausgesprochen.

Um kurz nach 5 Uhr morgens hat die Polizei ihre Einsatzkräfte vor der Tür der Jugendzentren abgezogen. Die Ehrenamtlichen, Besucher*innen und Jugendlichen sind entsetzt, über die Brutalität des vermeidbaren Einsatzes und stehen weiterhin unter Schock.

Politiker*innen des Abgeordnetenhauses und der BVV Tempelhof-Schöneberg waren anwesend und konnten den Einsatz beobachten.

Eine Besucherin berichtet: „Der Einsatz kam aus heiterem Himmel! Das Konzert war schon lange vorbei und auf einmal müssen wir überstürzt raus!“.

Ein anderer Besucher sagt: „Auf einmal kam die Polizei rein und hat meinem Kumpel ohne Grund in den Unterleib geschlagen!“.

Die Kollektive beider Jugendzentren fordern die Untersuchung des Einsatzes! Außerdem eine Stellungnahme von den politisch Verantwortlichen!

Pressekontakt: presse.drugstore.potse@online.de
Pressehandy: 015750939824

Pressemitteilung vom 02.09.2018

Wir möchten uns zu Vorfällen äußern, die uns und unsere Arbeit in den letzten Wochen massiv eingeschränkt haben.

Vielen ist mittlerweile bekannt, dass die Gebäude in der Potsdamer Straße 180-182 erst verkauft, aufgekauft und dann an rent24 vermietet wurden. Diese Firma hat über und neben unseren beiden Jugendzentren sowohl einen CoWorking- als auch einen CoLiving-Space errichtet. Abgesehen davon, dass die Flächen Gewerbeflächen sind und uns beim Auszug der BVG vom Bezirk versichert wurde, dass eine Nutzung als Hostel/Hotel durch den Nachmieter nicht zulässig sei, hat rent24 es sich mittlerweile zur Aufgabe gemacht, bei jeder Bandprobe und Veranstaltung wegen Ruhestörung die Ordnungshüter der Berliner Polizei auf den Plan zu rufen. Hat rent24 in den letzten Wochen „nur“ Lärmbeschwerden eingelegt, so haben sie an diesem Wochenende Anzeige gegen uns und unseren Verein erstattet. Und sollten sie mal nicht die Polizei rufen, so kommen die Securitys von rent24 auch persönlich vorbei und werden handgreiflich und beleidigen unsere Mitarbeiter*innen rassistisch.

Dazu kam noch, dass in der letzten Woche unbekannte Personen unser Schloss zu dem gemeinsam genutzten Vorraum beschädigt haben, so dass wir nicht in unsere Räumlichkeiten kamen. Es wurde sowohl verklebt, als auch mit fremden Gegenständen blockiert. Da das Treppenhaus nicht mehr nur von uns und der Potse benutzt wird, sondern eben auch von Kund*innen von rent24/der Security von rent24 und den Gebäuden/potenziellen neuen Mieter*innen, können wir nicht sicher sagen, woher dieser Angriff kommt.

Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, mussten wir, ebenfalls am Wochenende, Nazipropaganda von unserer Haustür entfernen. Und sowas ist uns all den Jahren nie untergekommen.

Wir nehmen diese Angriffe nicht hin und sehen es nicht ein, diesen hausgemachten Konflikt ausbaden zu müssen! Wir dürfen und werden weiterhin laut sein!

Kontakt zu den Pressemenschen:
Handy – 015750939824
Mail – presse.drugstore.potse@online.de

Ausgang der letzten BVV und Neuigkeiten zur Potsdamer Straße 180

Der Bezirk bewilligt weitere Mittel im Haushaltsplan für 2018/19, um die erhöhte Miete zu stemmen.
Die Vertragsverhandlungen mit dem Eigentümer der Potsdamer Straße 180-182 laufen weiterhin und haben bisher kein Ergebnis hervorgebracht. Dementsprechend ist ein weiterer Verbleib, für vielleicht auch nur 2 Jahre, weiterhin nicht absehbar.

“ Insbesondere an drei Investitionen scheiden sich die Geister in der BVV. Da sind die Punker-Freizeiteinrichtungen „Potse“ und „Drugstore“, für deren einstweiliges Weiterbestehen in der Potsdamer Straße der Bezirk noch einmal 100 000 Euro drauflegt. Während eine Vertreterin der Linken meint, „Potse“ und Drugstore“ seien jeden Cent wert, weil sie antifaschistische und antirassistische Arbeit leisteten, fordert die AfD, die Finanzierung einzustellen. Die Punker-Einrichtungen hätten „klar extremistische Tendenzen“. “

http://www.berliner-woche.de/schoeneberg/politik/mehr-geld-und-100-neue-personalstellen-d134286.html

In naher Zukunft sollen Drugstore und Potse dann aber wohl dennoch einem Hostel bzw. Coworking/Coliving Space weichen.

„In Berlin plant rent24 nun, in der Potsdamer Straße 180-182 in Berlin-Schöneberg, nahe des ersten Coworkingstandorts, demnächst mit dem ersten Colivingangebot zu starten. Geplant sind ein Business-Hostel mit 204 Betten und Mikroapartments“

http://m.immobilien-zeitung.de/143223/hotel-und-coworking-wachsen-zusammen

Überteuerte Mikroapartments und schnöder Einheitsbrei statt antifaschistische Jugendarbeit und bunte, laute Subkultur?
Nicht mit uns! Wir bleiben hier!

Artikel in der Berliner Woche vom 30.08.2017

http://www.berliner-woche.de/schoeneberg/soziales/zahlt-bezirk-hoehere-miete-fuer-potse-und-drugstore-oder-findet-er-alternativstandort-d131639.html

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: der jetzige Eigentümer kann sich eine Weitervermietung unserer Räumlichkeiten nur bei einer Mieterhöhung von 70% vorstellen.
Durch Kürzungen an allen Stellen wird es also fast unmöglich sein, diese erhöhte Miete zu stemmen.

Der Mietvertrag läuft weiterhin bis zum Ende des Jahres aus.
Über unsere Zukunft wird bei der nächsten Bezirksverordnetenversammlung nach der Sommerpause entschieden.

Wir könne nichts dafür, dass das gebäude aus öffentlicher Hand in private gegeben wurde, aber wir dürfen es jetzt ausbaden. Die Poltiker*innen sehen sich nicht in der Pflicht, die Fehler von damals auszubügeln.

Unsere Arbeit und die Arbeit vieler weiterer Jugendeinrichtung muss gesichert werden!
Wir tragen unseren Unmut am 06.09 vors Rote Rathaus, um für eine langfristige Sicherung von Jugendarbeit auf Senatsebene zu demonstrieren! Ab 16 Uhr gibt es Redebeiträge diverser Einrichtungen und Live-Musik.
Kommt vorbei!
Hier der Link zur Veranstaltung:
https://www.facebook.com/events/892826617531155/

Pressemitteilung vom 28.08.2017

Uns geht das Klopapier aus! Die Mietverträge werden nicht verlängert! Wir gehen auf die Straße!

Seit 1972 organisieren wir uns selbstverwaltet, ehrenamtlich und leisten seitdem unersetzliche Jugendarbeit im Bezirk und in der Stadt. Am Anfang des Jahres hat das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg uns Jugendlichen den Geldhahn abgedreht und wir mussten schon Rechnungen für Putzmittel und Klopapier vom eigenen Taschengeld begleichen.

Mit achtmonatiger Verspätung erhielten wir endlich einen neuen Leistungsvertrag vom Jugendamt, an den unsere Finanzierung geknüpft ist, der uns eigentlich Ende 2016 schon hätte vorliegen sollen. Dieser wurde allerdings unabgesprochen mit neuen Klauseln versehen, die von uns Jugendlichen zusätzliche Arbeit erfordern, und wir fühlen uns aus akuter Geldnot massiv genötigt, dies einfach hinzunehmen, um unser Angebot weiter aufrecht erhalten zu können.

Nicht nur das: Ende des Jahres laufen zusätzlich wieder unsere Mietverträge aus und da selbst die Bezirkspolitik eingesehen hat, dass es keine Ersatzobjekte für uns gibt, sieht es für die Jugendarbeit im Kiez düster aus. Wir wissen nicht, wie es weitergeht, denn es fehlt an Kommunikation seitens des Bezirksamtes und des Bezirksstadtrats. Diese stehen wohl in Verhandlung mit dem Eigentümer, beziehen uns aber nicht ein und geben selbst auf Nachfrage kaum Informationen preis. Über Dritte mussten wir gerüchteweise erfahren, dass unsere Etage für ein Hostel freigeräumt werden soll.

In Zeiten, in denen Rassismus inmitten der Gesellschaft, unter anderem durch das Auftreten der AfD so selbstverständlich zur Schau gestellt wird, sind Freiräume für Toleranz und kulturelle Vielfalt unabdingbar. „Wenn diese Räume schließen wäre das ein fatales Signal für den sozialen Frieden in Schöneberg“, so der Anwohner Michael Weber.

Nur durch professionelle, bunte, solidarische und kulturübergreifende Jugendarbeit können wir gesellschaftliche Auswüchse wie PEGIDA und andere rassistische Strömungen bearbeiten und Jugendlichen helfen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen solidarisch sind und keiner rassistischen oder sexistischen Propaganda aufsitzen.

Berlinweit sind immer mehr Einrichtungen den Haushaltswidrigkeiten, Schließungen, Stellen- und Etatkürzungen der Bezirke ausgeliefert. Darum gehen wir mit anderen Jugendeinrichtungen Berlins im September auf die Straße. Um die Dringlichkeit des Erhalts von Jugendeinrichtungen auf Senatsebene zu tragen, findet am 6.9.2017 eine Kundgebung vor dem Roten Rathaus statt. Die Kundgebung wird vom Bündnis Laute Jugend (www.lautejugend.de) organisiert. Es wird Redebeiträge unterschiedlicher Berliner Jugendeinrichtungen und eine Bühne mit Bands geben.

Wer uns unsere Freiräume nehmen will, muss mit Aktionen rechnen!