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Pressestatement vom 17.05.2021

Die Räumung des selbstverwalteten Jugendzentrums Potse Berlin in Berlin rückt immer näher und das selbstverwaltete Jugendzentrum Drugstore sitzt immer noch auf der Straße.

Für das Drugstore sieht es weiterhin düster aus. Seit 2019 wartet das Kollektiv auf den Einzug in die Potsdamer Str. 134-136. Seit 2019 verschiebt sich der Einzug im halbjährlichen Rhythmus weiter nach hinten. Durch eine verzögerte Schadstoffsanierung seitens der Gewobag und des Bezirks ist dem Bezirk mittlerweile auch das Geld ausgegangen, was vorher noch in der Haushaltskasse für die weggefallene Miete in der Potsdamer Straße 180 vorhanden war.
Mittlerweile wird nicht mehr mit einem Einzug im Jahr 2021 gerechnet und damit ist klar, dass das Drugstore ganze 3 Jahre ohne eigenes Domizil sein wird. Wie soll Jugendarbeit ohne Räume
stattfinden? Diese Frage konnte das Jugendamt bisher nicht beantworten.

Am Mittwoch soll ein überdimensionierte und brutaler Polizeieinsatz Jugendliche auf die Straße prügeln und ihnen einen der letzten Räume nehmen, in welchem sie sich frei entfalten und
selbstverwalten konnten. Eine Räumung wird nicht nur traumatische Folgen für hunderte von Jugendlichen haben, sondern auch langfristig das Vertrauen der Jugend in die Politik beeinflussen.
Die Landesregierung hat sich unfähig gezeigt eine Räumung zu verhindern. So hat diese gestern im Koalitionsausschuss beschlossen die Räumung nicht aus politischen Gründen aussetzen zu lassen. Die SPD hat mal wieder blockiert.

Aber wir haben das unmögliche möglich gemacht. Die bevorstehende Räumung am Mittwoch den 19.05. wird ausgesetzt und auf frühestens Juli aufgeschoben. Das ist das Ergebnis eines
langwierigen Verhandlungsprozesses mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Möglich gemacht wurde diese Aufschiebung durch eine Sicherheitsleistung, die der Potze e.V. an das Bezirksamt zu entrichten hat. Insgesamt 10.000€ mussten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftreiben. Das Geld wird erst zurück gezahlt, wenn die Räume bis zu einem vereinbarten Datum verlassen wurden. Der Potze e.V. und das Kollektiv der Potse, sowie alle
Unterstützer*innen, sind damit einen riesigen Schritt auf die Bezirks- und Landespolitik zugegangen und gehen ein hohes finanzielles Risiko ein. Wir alle erwarten jetzt, dass sie daraus auch was machen!
Mit der Sicherheitsleistung wurde mehr Zeit gewonnen, um das mögliche Ersatzobjekt im alten Tempelhofer Flughafen genauer zu prüfen und feste Verträge für den Einzug von Drugstore und
Potse ausarbeiten zu können.

Die Kollektive von Drugstore und Potse geben nicht auf, sich für neue Räume für selbstverwaltete Jugendarbeit einzusetzen. Es wurden schon etliche Steine in den Weg gelegt, aber die Potse bleibt
fürs erste und es wird weiter verhandelt bis es endlich adäquate Ersatzobjekte für Drugstore und Potse gibt!

Ein riesengroßer Dank geht raus an all die Unterstützer*innen die in den letzten Wochen so viel Solidarität gezeigt haben. Ohne diesen Beistand wären die Kollektive nicht an diesem Punkt
angelangt.

Kontakt für Nachfragen und Interviews:
Tel: 0157 5492 3232
Email: presse.drugstore.potse [ät] online.de

Fahrraddemo & Kundgebung 09.05.2021

Am 9.5.2021 machen Potse & Drugstore eine Fahrraddemo von Neukölln bis Schöneberg!

Vorbei geht’s am Syndikat und der Meute und weiteren (bedrohten oder schon geräumten) Projekten.
Die Route ist wie folgt:


©openstreeetmap (für die Karte)

Am Ende erwarten euch Live Konzerte und zwischendurch natürliche viele Redebeiträge!

Es wird der erste warme Tag, also holt eure Drahtesel aus dem Keller und kommt mit uns auf die Straße! Bringt eure Masken und Freund*innen mit! Haltet Abstand und passt aufeinander auf.
Start: 14h Herrfurthplatz
Es wird der erste warme Tag, also holt eure Drahtesel aus dem Keller und kommt mit uns auf die Straße! Bringt eure Masken und Freund*innen mit! Haltet Abstand und passt aufeinander auf.

Aufruf zur Kundgebung am 29.04.2021

Kundgebung am 29.04.2021

Bündnis für die Potse:
Wir sind ein Bündnis, entstanden aus ein paar Solid Menschen und deren liebsten Verbündeten und wir wollen mit verschiedenen Aktionen auf den bevorstehenden Räumungsversuch der #potse aufmerksam machen, so dass sie im besten Fall verhindert wird!
Zusätzlich möchten wir mit einer Erinnerungsaktion alle schönen Erlebnisse in der #potse sammeln, um allen zu zeigen, dass Jugendräume gebraucht werden und möglichst viele Menschen dafür zu mobilisieren, die Räumung zu verhindern.
Deshalb rufen wir dazu auf, eure tollsten Erinnerungen, besten Erlebnisse, Aktionen oder sonst alles, was ihr in der Potse erlebt habt oder damit verbindet, auf Twitter oder Instagram mit dem Hashtag #StimmenFürDiePotse zu teilen.
#widerstandheißthandeln

Deshalb findet am #b2904 eine Kundgebung vor dem Karl Liebknecht Haus statt, um der Linkspartei noch Mal klarzumachen, dass sie sich für die Potse einsetzen soll und nicht nur leere Versprechungen machen. Hier der ganze Aufruf:

2. Statement der Potse vom 26.04.2021 Stellungnahme zu möglichen Ersatzräumen und Zusammenarbeit mit der Politik

Das kürzlich erhaltene Räumungsdatum war zwar zu erwarten, hat uns jedoch trotzdem kalt erwischt.
Denn momentan befindet sich das Kollektiv der Potse in Gesprächen mit Sebastian Scheel, dem Senator für Stadtentwicklung und Wohnen. Aus Eigeninitiative der Potse wurden dem Büro des Senators verschiedene Vorschläge für Ersatzobjekte gemacht. Eines davon ist ein Objekt auf dem Komplex des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Diese Gespräche dauern momentan an und es gab bereits Besichtigungen durch das Kollektiv. Zur Zeit ist noch nicht geklärt, ob das Objekt als Ersatzraum umsetzbar ist.
Die Situation zeigt uns: Wir befürchten, dass egal auf welcher Verhandlungsebene wir uns befinden, eine Räumung der Potse von der Politik nicht verhindert wird.

Im Laufe der letzten 6 Jahre wurden mehrere Objekte geprüft, welche zu großen Teilen von den Kollektiven des Drugstore und der Potse vorgeschlagen wurden. Ein Objekt, welches uns von Klaus Lederer im Herbst 2020 vorgeschlagen wurde, war das Rockhaus in Lichtenberg. Es handelt sich dabei um einen großen Konzertsaal, in welchem das umfangreiche Angebot beider Kollektive schlichtweg keinen Platz gefunden hätte. Aufgrund dessen und weiterer schwerwiegender Gründe, war das Objekt für uns, als Ort für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum, nicht umsetzbar.

Durch die Initiative „Wem Gehört Berlin“ sind die Kollektive Anfang 2021 auf die Rathenower Str. 16 gestoßen. Dieses Objekt in Moabit wäre eine Option gewesen. Die Räume waren gut angebunden, groß genug für die Angebote der Potse und im Bebauungsplan für Jugendarbeit vorgesehen. Leider wurde trotz intensiven Gesprächen mit Politiker*innen und öffentlichem Druck, die politische Entscheidung getroffen, dass das Gebäude abgerissen werden soll. Auch weitere Prüfungen von anderen Objekten in Mitte blieben ergebnislos.

Weitere Objekte wie die Potsdamer Straße 134-136 und 140 wurden 2018 durch den Baustadtrat Jörn Oltmann in die Diskussion gebracht. Die mögliche Lösung wurde durch den Finanzsenator Matthias Kollatz, aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen, unmöglich gemacht. Beide Objekte sollten in Kombination als temporäre Ersatzräume für Drugstore und Potse zur Verfügung stehen. Das Drugstore hatte ihre Räume, mit der Versprechung die Potsdamer Straße 134-136 Mitte 2019 beziehen zu können, abgegeben. Bis heute wurden die Räume nicht für die Nutzung instandgesetzt.

„Uns während laufender Gespräche um Ersatzräume, mit dem Räumungsdatum die Pistole auf die Brust zu setzen, ist eine bodenlose Frechheit. Bis ein adäquater Ersatzraum möglich gemacht wird, muss die Räumung ausgesetzt werden!“ so ein*e Pressesprecher*in der Potse.

Bis dato gibt es kein adäquates Ersatzobjekt! Es gibt in der Stadt Berlin jedoch Räume, welche für Potse und Drugstore in frage kommen würden, um aktiv selbstverwaltete Jugendarbeit umzusetzen. Wir sehen aber Null bis kaum Handlung von Politiker*innen und Senat. Immer wieder kämpfen wir als Kollektiv, gehen auf die Politik zu und versuchen eine adäquate Lösung zu finden. Uns wird andauernd ‚der Wind aus den Segeln genommen‘. Wir sind wütend, traurig und sauer und werden weiter kämpfen!

Das Kollektiv der Potse

1. Statement der Potse zur drohenden Räumung vom 25.04.2021